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    Mediastorm: Publish for Purpose

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    „We are purpose not profit driven, we make journalism to inform people – just take it, don't pay,“ wenn Brian Storm so wie heute auf der Creative Business Convention in Köln über sein Projekt MediaStorm redet, erlebt man selbst als konferenzerfahrener Zuhörer eine gewisse Schrecksekunde: Das kann er doch jetzt alles nicht ernst meinen– hier und heute – wo wir ansonsten über Leistungsschutzrecht und stärkeren Schutz des Urheberrechts diskutieren.

     

    Eigentlich müßte ja so eine Aussage verboten werden (höre ich die Verleger im Geiste rufen)! Denn nicht nur, dass Mediastorm die eigenen Inhalte für jedermann verfügbar macht, nein: Mediastorm ist eine Multimedia-Produktionsfirma, die im eigenen oder fremden Auftrag journalistische Inhalte produziert aber gerne auch Nachahmern oder Partnern in Kursen auch das eigene Geschäftsmodell erklärt und vermittelt, nach dem Motto: Umso mehr guter Journalismus produziert wird, umso besser für die Gesellschaft.

     

    St

    Mediastorm ist das Projekt von Brian Storm, einem ehemaligen MSNBC-Mann und er ist so etwas wie ein „Evangelist“ also Prediger in eigener Sache. Die heißt Journalismus und so spricht er mit Leidenschaft über Inhalte und nicht über Geschäftsmodelle und über die Wirkung, die er mit seiner Art von Multimediajournalismus erzielen möchte und referiert nicht über Klicks und Reichweite. Der Journalismus sei in Gefahr und dagegen müsse etwas unternommen werden.

     

    Er erzählt von seinem Projekt „Intended Consequences“ einer Mischung aus Reportage und Dokumentation, in dem über den Genozid von Hutu-Militärs an Tutsis berichtet wird, bei dem eine Million Menschen ermordet und viele Frauen vergewaltigt wurden. In dem Film kommen diese Frauen zu Wort, erzählen ihre Geschichte, dass dem Betrachter der Atem stockt ob der an ihnen verübten Grausamkeiten.

     

     

    Viele von ihnen wurden schwanger und einige wurden, wenn nicht körperlich, dann doch innerlich ermordet. „Der Tod eines Menschen ist eine Tragödie, der Tod von einer Millionen Menschen ist nur noch Statistik“, sagt Storm. Es gelte, dieser Tragödie ein Gesicht zu geben. Wir müssen was ändern, etwas bewirken. „We want you to act, to do something“, deshalb geben wir die Inhalte in Netz, erklärt er. Und so erhält jeder Kanal im Web eine eigens optimierte Version des Inhaltes. Für youtube gibt es zusätzlich einen Trailer und Blogger bekommen den HTML-Schnipsel zum einbetten. Über den mitgelieferten Player behält Mediastorm ein gutes Stück der Kontrolle über die Inhalte und bleibt vor allem als Absender erkennbar.

     

    Neben der herausragenden Qualität (die es durchaus vereinzelt auch im TV zu sehen gibt) gibt, spielt also die Distribution im Web die entscheidende Rolle. Von RSS über Newsletter, von Widgets über Twitter bis Facebook. Mediastorm nutzt alle Möglichkeiten, die das Web zur Verbreitung von Inhalten bietet und verlässt sich auf die Mechanik eines funktionierenden Netzes, in dem sich Geschichten, die berühren, die relevant oder wichtig sind, von alleine weiterverbreiten.

     

    Im Fall von „Intended Consequences“ - einem Film mit einer Produktionsdauer von einem Jahr und einem Budget von 100.000 Dollar - bestand die Wirkung darin, dass 9 Millionen Nutzer auf den Link zur Foundation Rwanda klickten und nicht wenige davon anschließend dort Geld spendeten.

     

    Mediastrom funktioniert am Ende auch als Geschäftsmodell und Unternehmen, sagt Storm gegen Ende seines Vortrages und zählt von eine Liste von Kunden auf, darunter große Agenturen wie Reuters, Tageszeitungen und Networks. Aber diese Information überrascht an dieser Stelle niemanden mehr - Verleger waren nicht im Saal.

     

    PS: Und das Gegenmodell zu Mediastorm wäre dann die von Andre Zalbertus geplante "Inhaltefabrik"

    • 25 June 2010
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