Die Süddeutsche Zeitung berichtet heute über das Projekt: http://www.hamlet-x.de/ (und hat den Text leider nicht online). Und ich muss sagen: Das haut einen um!
Es geht um ein Projekt des Schauspielers Herbert Fritsch: Er zerteilt den Hamlet Text in 111 Teile. "Jedes dieser Teile soll seine eigene Auslegung erfahren und jedes dieser Teile entwickelt nochmals unterschiedliche Referenzen. Auf diese Weise entstehen verschiedene 111er Ebenen", heißt es auf hamlet-x.de. Am Schluss sollen es 222 Videos werden - 57 sind schon online. Eins abgefahrener als das andere. Die SZ zitiert Herbert Fritsch: "Das ist ein barockes, mäanderndes Erzählen, das gut zur wuchernden Struktur des Internets passt." Und das sollten sich alle Kulturstaatsminister, Webregulierer und Verlagsbosse dieser Republik wirklich mal anschauen, wenn sie (kulturbeflissen, wie sie sicher alle sind), etwas von der Faszination des Webs und seinen unendlichen kreativen Möglichkeiten verstehen wollen!
Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Jemand hat ein Stück Holz ins Meer der verlegerischen Unwägbarkeiten geworfen und plötzlich klammern sich alle daran.
Schon rufen die Verleger das Tablet-Jahr aus und das System iPad wird zum wichtigsten Thema auf dem World Editors Forum in Beirut im Juni (http://www.wanlebanon2010.com/home.php):
„The emergence of the iPad, tablets and e-readers as viable news platforms holds great promise for future news delivery but how do news companies get the most out of them? The World Editors Forum is dedicating its annual conference, and a series of online seminars, to answering the question“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.
"We believe we are entering a new information ecosystem and will have to focus on new key elements," sagt Bertrand Pecquerie, Executive Director des Editors Forum.
Mag sein, dass der/die/das iPad sich für die Verbreitung vormals gedruckter Inhalte eignet. Und dennoch setzen die Verlage dabei erneut auf Fremdinnovation und auf den Erfolg eines Verbreitungskanals, den sie wieder nicht kontrollieren können. Damit kommen sie in die gleiche digitale Zwickmühle wie bei ihren Versuchen, im Web erfolgreich zu sein auch. Wie kann Google böse sein und Apple gut?
Fraglich ist zudem, wo denn die Ressourcen für die jetzt vorgestellten Demos im späteren Tagesbetrieb herkommen sollen. Paidcontent.org (http://paidcontent.org/list/tabletmags) hat sich die Mühe gemacht, 15 Beispiele zusammenzustellen. Mit welchem Budget entstehen auf einmal die vielen Multimediainhalte, die in den Beispielen zu sehen sind? Bislang war dafür jedenfalls in den meisten Häusern kein Geld da!
Aber nach dem 3. April, wenn das iPad endlich auf den Markt kommt, sind wir sicher schlauer. Und vielleicht sind Tablets nicht das kenternde Rettungsflos sondern tatsächlich die Arche Noha (von jeder Art darf aber bitte nur ein Pärchen einsteigen).
Im mehrtätigen Diskussionsmarathon auf der diesjährigen Webciety gab es natürlich auch ein Panel zum Thema "Politik 2.0 - Veränderung für Politik und demokratische Prozesse durch Web 2.0 und social Media", welches ich moderieren durfte.
Die Vorbereitung gestaltete sich etwas schwierig, da bis zum letzten Moment die Panelbesetzung nicht klar war. Die angefragten und angekündigten Politiker haben dann leider allesamt in letzter Minute abgesagt. So fand die Diskussion leider unter Ausschluss der Politik statt aber vor einem sehr interessierten Publikum. Auf dem Podium saßen (von links nach rechts):Valentina Kerst (@valentinakerst) Beschäftigt beim Verband der Deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco) http://www.eco.de/verband/7428.htm und Mitglied im Gesprächskreis Netzpolitik der Bundes-SPD sowie Unterstützerin der Initiative: http://www.internethauptstadt-koeln.de/Rolf Lührs (@somed), leitet seit 2003 die Abteilung Interaktive Kommunikation bei der TuTech Innovation GmbH (http://www.tutech.de/). Außerdem aktiv auf dem Pan European eParticipation Network: http://pep-net.eu/Martin Lindner, Mitinitiator der Konferenz und des dazugehörigen Readers: http://www.reboot-d.deAnke Domscheit (@anked), Mitgründerin des Vereins: "Government 2.0 Netzwerk Deutschland" http://www.gov20.de und "Director Government Relations und Innovative Government Programs Regional Lead bei Microsoft Deutschland"Markus Beckedahl, Chefredakteur von http://www.netzpolitik.org und stv. Vorsitzender des Vereins Opendata Networ khttp://opendata-network.org sowie natürlich Mitorganisator der http://re-publica.de/10/
1. Kaufe dir ein Fahrrad, am besten ein Rennrad 2. Gewinne siebenmal in Folge die Tour de France 3. Gründe eine wohltätige Stiftung (http://www.livestrong.org) 4. Freunde dich mit den Mächtigen dieser Welt an 5. Gehe auf Twitter und sorge dort für 2.460.471 Menschen, die an deinem Tun interessiert sind (genannt Follower) 6. Übergebe dem amtierenden französischen Staatspräsident ein Fahrrad deines Sponsors 7. Veröffentliche dieses Bild via Twitter 8. ganz einfach - oder?
(Disclaimer: sehr vereinfachende Darstellung, zur Nachahmung nicht empfohlen. Fahrradfahren ist sehr anstrengend und die aller-aller-meisten scheitern bei dem Versuch, die Tour zu gewinnen)