Liebe FAZ, liebes ZDF und liebe andere. Wenn Kriegsverbrecher wie Erwin Rommel, die den 2. WK erst vorbereitet und dann fast bis zum bitteren Ende betrieben haben, sich kurz vor Schluss gegen Hitler verschwören, ist das noch lange kein Widerstand, auch wenn wir uns das heute vielleicht wünschen.
Die Filme, Dokus, und Serien, die jetzt überall rauf und runter gesendet werden, sind hart an der Grenze zu Nazi-Porn. Auf einer zweiten, sehr unterschwelligen Ebene verherrlichen sie nämlich den angeblichen Mut dieser Männer, erst im Krieg und dann im angeblichen Widerstand. Auf der anderern Seite wird die Schuld an den Verbrechen der Nazis auf den engen Kreis um Hitler reduziert. Für mich bleiben diese Wehrmachtsoffiziere Kriegsverbrecher, die einen Krieg vorbereitet und durchgeführt haben. Ohne sie und ihre kriegerische Intelligenz hätte Hitler nie und nimmer einen Angriff wagen können. Die Heroisierung dieser Offiziere ist zugleich eine Herabwürdigung des echten Widerstandes - der Männer und Frauen, die sich von Anfang an gegen das Nazi-Regime gewehrt haben. Diese Leute gab es in der Wehrmacht (und auch in der Industrie) so gut wie nicht. Im Gegenteil: Die Nazis waren für sie die Wegbereiter der eigenen Agenda.